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An jedem Mittwoch (außerhalb der Schulferien) findet ein Sportabend statt, um 20 Uhr in der Turnhalle des Weißeritzgymnasiums, Krönertstr. 25, 01705 Freital. Mitspieler*innen sind willkommen!

An jedem 1. und 3. Sonnabend im Monat findet um 14.30 Uhr im Gemeindesaal der Lutherkirche Freital-Döhlen, Lutherstr. 33A, 01705 Freital, ein Begegnungsnachmittag statt.
Gäste sind willkommen!

Ausflug zur Jazzmeile am 21. Mai 2016

Einen geplanten Ausflug zu kommunizieren mit Inhalt, Zeit und Ort ist immer eine Herausforderung. Vertrauen und persönliche Kontakte sind das A und O. Wenn die Kontakte zu den Flüchtlingen durch plötzliche Transfers in andere Unterkünfte wegbrechen und das Vertrauen zu anderen Flüchtlingen noch keine Zeit zu wachsen hatte, dann müssen wir als Willkommensbündnis quasi von vorn beginnen und völlig umdenken.

Trotz des kurzfristigen Bekanntwerdens der Schließung des Leonardos hielten wir an dem Plan fest, die Jazzmeile in Dresden zu besuchen. Ort, Zeit und Ziel hatte ich an 4 Kontakte per Handy gegeben. Ob sie wohl noch in Freital sind?

Ich war spät dran. Der Platz vorm Bahnhof war leer, wo sind sie denn? Als ich endlich den Bahnsteig erreichte, traute ich meinen Augen kaum. Etwa 50 Flüchtlinge warteten auf den Zug, dazwischen unsere Unterstützer. Einige begrüßten mich. Wir lösten Fahrscheine mit gegenseitiger Hilfe. Passanten halfen auch. Die Luft war sommerlich gefüllt vom Fliederduft und wir freuten uns auf einen gemeinsamen Nachmittag mit Jazzmusik.

Wir schlenderten dann auf der Prager Straße mit Massen von fröhlichen Menschen in Gruppen an den Bands vorbei und genossen gemeinsam das wunderbare Flair mit einem Hauch von New Orleans und Mississippi. Es waren auch etliche lustige Junggesellen Abschiede zu sehen. Einer unserer syrischen Flüchtlinge setzte sich dann sogar spontan neben einen Straßenmusiker und mischte mit ihm zusammen atemberaubend schnell afrikanische mit arabischen Rhythmen. Wir bekamen beim Abschied vor dem Bahnhof in Freital-Deuben arabische Süßigkeiten gereicht und viele Dankesbekundungen per Handy und eine Einladung zum Kaffee.

Bis zum nächsten Mal, enchala, wenn Gott will.

2016/05/22 21:11 · erik

Kunst Offen am 15. Mai 2016

Wir waren im Atelier des Künstlers Steffen Petrenz zur Veranstaltung "Kunst Offen" zu Besuch. Wir konnten seine Werke bewundern und uns zusammen am Lagerfeuer niederlassen. Wir danken allen Beteiligten für arabische Perkussion und Gesang und die kulinarischen Genüsse in einem Ambiente der Inspiration.

Gelungener hätte der Abend am Feuer nicht ausklingen können.

- Sabine

2016/05/21 10:21 · erik

Begegnungsnachmittag am 7. Mai 2016

Heute war wieder einer der ruhigeren Begegnungsnachmittage. Sehr gefreut haben wir uns über den Besuch einer dezentral untergebrachten Familie mit ihren Kindern. Wir waren sehr erstaunt, wie gut die beiden Kinder schon Deutsch gelernt haben, wir konnten uns ohne Schwierigkeiten mit ihnen unterhalten.

Wir haben Kaffee getrunken und leckeren selbst gebackenen Kuchen gegessen. Danach spielten wir UNO, Tiroler Roulette und deutsch/arabisches Memory.

2016/05/21 10:14 · erik

Counter-Speech-Tour am 2. Mai 2016

Im Rahmen der "Counter Speech Tour" fand eine Veranstaltung unter dem Motto „Laut gegen Nazis“ in Freital statt. Wir beteiligten uns an der Demokratiemeile mit einem Infostand, um über unsere Arbeit als Willkommensbündnis zu informieren und mit interessierten Besucher*innen ins Gespräch zu kommen.

Auf Schautafeln zeigten wir Texte und Fotos von Aktivitäten unseres Bündnisses wie Sportabende, Begegnungsnachmittage und Wanderungen, sowie einen Teil der Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“. Später kamen dann noch die Deutschlehrer*innen unseres Bündnisses mit ihren Kursteilnehmern dazu. Die Geflüchteten freuten sich über die Veranstaltung und zeigten auch großes Interesse am musikalischen Geschehen auf der Bühne. Sofort wurde die Frage gestellt, ob jetzt so etwas häufiger stattfinden würde. Gern folgten die Geflüchteten der Aufforderung der Musiker von "Banda Internationale", noch näher an die Bühne heran zu kommen.

Viele der Besucher kannten wir schon oder man konnte erkennen, dass für sie das Thema der Veranstaltung nichts Neues war. Das Interesse der Freitaler Bevölkerung war leider erschreckend gering. Während die Polizei mit rund 2000 Besuchern gerechnet hatte, zählten die Veranstalter nur etwa 500 Gäste. Auch die 3 Bürgermeister der Stadt besuchten die Veranstaltung, aber leider waren sie nach kurzen Auftritten vor der Presse gleich wieder weg. Schade, dass keiner von ihnen die Demokratiemeile und unseren Stand besucht hat.

Ganz anders Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping. Sie kam an unseren Stand vorbei und konnte im persönlichen Gespräch mit Geflüchteten direkt feststellen, dass wir bei der Vermittlung von Deutschkenntnissen schon einiges erreicht haben. Sie freute sich darüber wie gut die Geflüchteten auf ihre Fragen antworten konnten. Mit uns unterhielt sie sich über die Aufgaben, die wir als Bündnis oft zu meistern haben und bot Hilfe bei auftauchenden Problemen an. Zum Abschied dankte sie uns für die geleistete Arbeit und ermunterte uns weiter zu machen. Das tat gut.

Ohne das er uns persönlich kannte, brachte einer der Sänger auf der Bühne unser Anliegen auf den Punkt: „Es ist nicht einfach hier zu wohnen und das Maul aufzumachen“, sagte er.

Die Leute wippten im Takt der Musik mit, am Rand wurde Fußball gespielt, der Abend klang mit viel Musik aus.

- Ulli & Erik

2016/05/14 22:54 · erik

Begegnungsnachmittag am 23. April 2016

Zu diesem Begegnungsnachmittag besuchte uns der Gospelchor Freital. Das war eine tolle Überraschung für unsere Asylsuchenden. Wir hielten im Memory-Spiel an unserem Tisch inne und sahen zu, wie sich die Neuankömmlinge zu einer Formation aufstellten und anfingen, fröhlich zu singen. Diese Fröhlichkeit übertrug sich schnell auf die Atmosphäre an allen Tischen im Gemeindesaal. „Oh happy day“ …

Ein paar Flüchtlinge klatschten zur Musik. Andere versuchten sogar, mitzusingen. Obwohl Jesus laut und inbrünstig gepriesen wurde, waren die muslimischen Flüchtlinge voll dabei. „I'm so happy“ sang der Chor aus vollem Herzen, der Kantor half beim Mitsingen, Stampfen und Klatschen. 'Happy ist hier ganz sicher keiner', dachte ich noch so, aber sah auch, dass sie sich wirklich sehr freuten. Ich sollte inzwischen wissen, dass das kurzweilige Glück sehr an Bedeutung gewinnt, wenn das große Glück nur noch Staub ist, den der Krieg hinterlassen hat.

„Allein“ sagte Bob holprig zu mir, scheinbar ohne Zusammenhang. „Sie sind alle Freunde. Ich bin ALLEIN.“ Er wies auf die Gruppe des Chors und sah mich gerührt und dankbar an. Ich wollte etwas sagen und wusste nicht, was. Ich verstand, dass er seine Familie sehr vermisst wie die meisten hier.

Sabah telefonierte pausenlos vor der Tür mit seinen Eltern in Syrien und war gar nicht richtig hier. Sonst haben wir zusammen gespielt und gelacht. Er entschuldigte sich ausdrucksstark für sein Telefonieren. Seinen Eltern schien es sehr schlecht zu gehen.

Lava und Jude waren auch begeistert von der Musik. Sie wollten wissen, wo die Leute herkommen. Sie staunten als ich ihnen sagte, sie wohnen in Freital. Auch sie vermissen ihre Familie, die in Hannover auf sie wartet.

Als der Chor dann noch ein bisschen probte und wir langsam aufräumten, sah ich fünf unserer Flüchtlinge zwischen den Sängern mit Liedzetteln. Vielleicht hat der Gospelchor heute Zulauf bekommen. Ein paar Fans hat der Chor ganz sicher mehr.

Und ich bin sowieso begeistert. Danke lieber Gospelchor!

- Sabine

2016/04/26 21:31 · erik

Sportabend am 13. April 2016

Ein Sportabend „mit Einlage“

Zu Beginn dieses Sportabends waren nur wenige Asylbewerber, etwa 20 Personen, da. Aber während des restlichen Abends wurden es ca. 40 – 45 Sportler auf den Spielflächen. Vor allem die dezentral untergebrachten Eritreer sind mittlerweile die am stärksten vertretene Nationalität. Sie begeistern sich vorwiegend für Volleyball und bilden sehr starke Teams.

Im mittleren Feld wurden beide Basketball-Körbe vor vielen Einzelspielern genutzt, um ihre Treffsicherheit zu trainieren. Auch das Fußballfeld war stark frequentiert. Hier war der Ansturm so groß, dass nach je zwei Treffern (der siegreichen Mannschaft) die Teams „rotieren“ mussten, damit alle Fußballer mal zum Einsatz kamen. Natürlich spielten die noch verbliebenen fußballverliebten Kosovaren und Nordafrikaner (in den „signalgelben“ Spieler-Shirts) wie immer sehr gut.

Im Laufe des Spielbetriebs gab es hier einen kleinen Zwischenfall, den jedoch die meisten Sportler gar nicht mitbekamen. Ein unglücklich abgefälschter Schuss prallte an die Außenwand und plötzlich öffneten sich alle Dachflächenfenster! Was war geschehen? Der Ball war an den Taster der Rauchabzugsanlage geprallt und hatte das entsprechende Signal ausgelöst. Der freundliche Hausmeister konnte das Problem in kurzer Zeit beheben. Wir bitten vielmals um Entschuldigung.

Zu dem üblichen Unterstützern hatte sich heute ein Laufsport-Enthusiast aus Dresden gesellt. Er hatte von unserem wöchentlichen Sportabend gehört und beobachtete interessiert das sportliche Treiben. Er bot uns schließlich an, dass er eine (neue) Laufsportgruppe gründen wolle. Offensichtlich hat er mit in seinen „gemischten Teams“ in Dresden so großen Erfolg, dass er das Konzept auch in Freital ausprobieren will. Wir sind gespannt, ob er nachhaltig das Interesse der Geflüchteten wecken kann. Wir werden ihn natürlich unterstützen und wünschen ihm schon jetzt viel Erfolg bei diesem „Projekt“.

Bleibt noch zu erwähnen, dass auch wieder fleißig an der Tischtennisplatte geübt und gespielt wurde. Dabei stehen auch hier vor allem der Spaß und das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund und weniger die technische Perfektion.

Die engagierten Lehrer des Weißeritz-Gymnasiums waren wie immer dabei, um uns zu unterstützen. Ihnen gebührt unser besonderer Dank für den wöchentlichen Einsatz an unserer Seite.

- Matthias

2016/04/14 21:18 · erik

Begegnungsnachmittag am 2. April 2016

Pünktlich 14 Uhr standen drei Helfer mit einer Patenfamilie und viel Kuchen, Spielen, neuen Stapelboxen usw. am Döhlener Gemeindesaal und warteten auf den oder die, die den Schlüssel hatte…

Nach einer halben Stunde konnten wir das Schlüsselproblem anderweitig lösen und gemeinsam mit den schon eingetroffenen Flüchtlingen haben wir Geschirr geholt, Kaffee gekocht, Tische gerückt, das Übliche. Geflüchtete aus dem Leonardo abzuholen haben wir (zu dritt) leider nicht geschafft.

Trotzdem waren dann ca. 14 junge Männer und die Familie da. Nach dem Kaffee trinken - diesmal blieb sogar Kuchen übrig - haben eine Helferin und die Mutter der Patenfamilie das Buch "Bestimmt wird alles gut" in Arabisch und Deutsch vorgelesen. Wir und vor allem die jungen Männer waren sehr bewegt. Was wird wohl durch ihren Kopf gegangen sein? Die eigenen schlimmen Erfahrungen bei der Flucht? …

Es ist schade, dass wir uns nicht gut mit ihnen darüber unterhalten können. Danach haben wir drei an je einem Tisch mit den Gästen gespielt, es wurde auch wieder gelacht. An einem Tisch erzählte ein Geflüchteter, dass er wieder nach Syrien zurück möchte, weil er seine herzkranke Frau nicht hierher holen könnte. Er fragte, ob wir ihm helfen könnten. Er brauchte doch seine Papiere…

Die Flüchtlinge halfen wieder beim Aufräumen, Geschirr wegtragen usw. Zum Schluss kamen noch einmal 3 junge Männer. Einer zeigte uns einen Registrierungsschein, auf dem stand, dass er sich privat um Deutschunterricht kümmern muss, einen offiziellen Kurs bekommt er nicht. Wir haben ihn zum nächsten Begegnungsnachmittag eingeladen und organisieren bis dahin einen freien Platz in einem unserer angebotenen Kurse.

- Ulrich

2016/04/03 20:38 · erik
start.txt · Zuletzt geändert: 2016/05/22 18:17 von erik